Andacht

Liebe Gemeinde!

Es ist wieder die dunkle Jahreszeit. Die Tage sind kurz. Schon in den Nachmittagsstunden verschwindet die Sonne hinter dem Horizont. Und an manchen Tagen wird es gar nicht richtig hell.

Mir persönlich – Ihnen vielleicht auch? – fehlt in dieser Jahreszeit das Sonnenlicht oft sehr.

Damit die Dunkelheit wenigstens ein bisschen weniger bedrückend ist und das Licht nicht ganz so sehr fehlt, zünden viele Menschen jetzt Lichter an:

Im November Kerzen auf dem Friedhof für die Verstorbenen. Am Martinsfest ziehen die Kleinen mit den Großen durch die Straßen und lassen ihre Laternen leuchten. An den langen Winterabenden stellen wir Teelichter auf, die ihr warmes Licht in die Wohnstuben werfen. Im Dezember dann zünden wir die Lichter am Adventskranz an. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier… Wir erleuchten den Weihnachtsbaum mit Lichtern. Das Neue Jahr begrüßen wir mit strahlendem Feuerwerk. Und im Januar feiern wir schließlich in der Kirche das Epiphaniasfest, das vom Licht erzählt.

Lichter in der dunklen Jahreszeit, wohin man schaut.

Von einem Licht, das in der Dunkelheit scheint, erzählt uns in diesem Jahr auch der Spruch für den Monat Dezember:

„Durch die herzliche  Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“ (Lk 1,78-79).

Vielleicht können uns die Lichter, die wir in diesen dunklen Tagen anzünden, ja auch ein Hinweis sein auf dieses Licht – auf Jesus. Auf Jesus, der in die Welt gekommen ist, um ein Licht für alle zu sein, die im Dunkeln sind – für die Traurigen, die Kranken, die Einsamen, die Sterbenden, die Friedlosen, für alle Menschen.

Ja, und vielleicht können uns die Lichter dann auch daran erinnern, dass auch wir Lichter sein können, die die dunkle Welt ein wenig heller und ein bisschen weniger finster machen können.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine frohe, lichterfüllte Advents- und Weihnachtszeit und bald einen guten Übergang vom alten ins neue Jahr.

Ihr Pfarrer Thomas Böhmert