Ausstellung "Wort für Wort"in der St. Nicolai-Kirche

Erstellt am 11.04.2019

Ausstellung : 8. Juni – 14.September 2019; Vernissage: Freitag, 8. Juni 2019, 19.00 Uhr

Öffnungszeiten zu den üblichen Gottesdiensten sowie an jedem 1. Donnerstag im Monat (ausgenommen Sommerferien NRW).

 

In der Ausstellung „Wort für Wort“ nähern sich drei Künstler dem Thema auf völlig verschiedenen Wegen:
Michaela Düllberg: Partitur des Inneren/ Ulrike Fahle: Projektionen/ Dirk Fahle: Gerettet?

 

Gerettet?

Dirk Fahle reduziert seine Arbeiten radikal, wie der Bilduntertitel Fragmente bereits deutlich macht,

auf eine Grenzerfahrung.  Grundlage sind wieder die 95 Thesen Luthers. Diese Sätze hat er auf Papier geschrieben, extremer Hitze und Feuer ausgesetzt. Die Spuren, wie Blasen und Risse, sind auf dem beschichteten Papier nicht zu übersehen. Doch vor dem vollständigen Verbrennen hat er die Sätze und Gedanken  gerade noch ….     gerettet.

Buchstaben – Worte – Gedanken, meist in Büchern gespeichert, erinnern auch immer an die Versuche, diese zu vernichten. Die Bannbulle an Luther gerichtet, die Bilderstürmer oder auch die Bücherverbrennungen der Nazis sind prominente Beispiele dafür. Doch kann man überhaupt durch das Verbrennen der Worte Gedanken vernichten? Sind durch den Erhalt der Fragmente die Gedanken nun …. gerettet?

 

Partitur des Inneren

Wenn man sie sucht, sind sie noch zu finden: Bruchstücke von Schriften, Zeitungen oder vielleicht Buchstaben.

Von einem Schleier zurückgenommener Farbigkeit verdeckt oder in Selbstauflösung begriffen, lassen Worte nur wenig von ihrer einstigen Bedeutung erkennen. Eher stellen die Farbflächen Gedankenräume her und verbleiben in zarter Dominanz.

Vielleicht mögen auch Sie angesichts dieser Bilder Ihren Gedanken nachhängen, um auf der Partitur des Inneren zu spielen.

 

Projektionen

In den Arbeiten von Ulrike Fahle werden Worte aus Luthers 95 Thesen auf Personen und Gegenstände projiziert. Menschen werden so zur Projektionsfläche für Worte und Gedanken.

Die komplexen Situationen werden uns fotografisch vor Augen geführt. Überlagerungen, Auslöschungen und Schnitte gehören dazu. Plötzlich blicken wir in die Komplexität unseres Alltags voller Projektionen.