Andacht

Erstellt am 17.12.2018

Christus spricht: Und seht doch:
Ich bin immer bei euch,
jeden Tag, bis zum Ende der Welt!

(Matthäus-Evangelium 28,20 (BasisBibel) – Monatsspruch für April 2019)

 „Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt!“ – dem Evangelisten Matthäus zufolge sind das die allerletzten Abschiedsworte Jesu. Gerichtet sind sie zunächst an die Menschen aus seinem engsten Freundeskreis. Deren emotionale Achterbahn der vergangenen Tage vermag ich mir kaum vorzustellen: Jesus war festgenommen, verurteilt, hingerichtet und begraben worden – erster Schock. Dann, drei Tage später, die Nachricht der beiden Marias: „Jesus lebt! Er ist auferstanden!“ – zweiter Schock. Und weiter berichten die Frauen: „Ihr sollt nach Galiläa gehen, hat er gesagt; dort werdet ihr ihn sehen.“ Dass die anderen sich tatsächlich gen Norden aufmachen, ist ihnen hoch anzurechnen, denn ihre Zweifel und ihre Verwirrung müssen riesig gewesen sein.

Aber tatsächlich: Dort, auf einem Berg in Galiläa, treffen sie Jesus wieder. Kein Wort verliert der Auferstandene über das, was passiert ist. Stattdessen gibt er ihnen gleich mehrere Arbeitsaufträge: Hinaus in die Welt zu gehen, Menschen für Jesus zu begeistern, sie zu taufen und zu unterrichten. Das ist alles Neuland für seine Leute! – dritter Schock.

Und dann sagt Jesus diese Worte: „Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt!“

Im Matthäus-Evangelium fällt an dieser Stelle der Vorhang; wie die Jüngerinnen und Jünger reagiert haben, wird nicht mehr erzählt. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass dieser letzte Abschiedssatz sie durch die kommenden Wochen, Monate und Jahre getragen hat. Wann immer es anstrengend wurde, oder schwierig oder entmutigend, hatten sie den vertrauten Klang von Jesu Stimme im Ohr: „Ich bin immer bei euch!“ Dann ging es irgendwie weiter, für sie selbst und für den Auftrag, den sie bekommen hatten.

Und so sind Jesu Abschiedsworte zu Anfangsworten geworden: Anfangsworte, die vom Auferstandenen erzählen, und von Gottes beständiger Liebe, die auch uns trägt: durch die Passionszeit bis in die Karwoche, von Ostern über Himmelfahrt bis zum Pfingstfest – und überhaupt alle Tage, bis zum Ende der Welt!

Dass Sie das deutlich spüren in der kommenden Zeit, das wünscht Ihnen von Herzen

Ihre

Pfarrerin Miriam Helmert