Advent-Erwartung

Liebe Leserin, lieber Leser!

Auch in diesem Jahr wieder bauen Mitarbeitende unserer Gemeinde den viel bestaunten Weihnachtsberg in der Martin-Kirche auf.

Zur Erinnerung:

Am 1. Sonntag im Advent 1974 hat ihn Pfarrer i. R. Johannes Böhm der Gemeinde übergeben. Nun erfreuen seine Figuren Menschen in der Advents- und Weihnachtszeit zum 40. Mal und regen zum Nachdenken an. In dieser Ausgabe wollen auch wir uns von einigen Stationen des Weihnachtsberges auf dem Weg zur Krippe begleiten lassen.

Der Weihnachtsberg beginnt mit einer Abfolge biblischer Szenen, die voller ausgesprochener und unausgesprochener Erwartung sind; einer Erwartung, die dann sichtbare Gestalt annimmt in der Begegnung zweier schwangerer Frauen: Maria und Elisabeth. Ihre Begegnungs- und Erwartungsfreude ist so groß, dass laut gesungen werden kann:

 Er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.

Weihnachtenh - Freude

Buchstäblich in der Mitte des Weihnachtsberges sehen wir natürlich den Stall und die Krippe. Zum Stall mit Maria und Josef und dem Kinde in der Krippe gehören auch die Hirten. Eine Engelsbotschaft hat sie weit draußen, wo die Schafe ihr Futter finden sollen, mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen:

Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren.

Und tatsächlich: Die Hirten verlassen ihre vertraute, alltägliche Welt. Sie machen sich auf zu dem neugeborenen Kind. Schlaf und Furcht weichen dem Lobpreis Gottes und dem Weitererzählen der froh machenden Geschichte.   

 

Mit der Heiligen Nacht ist die Weihnachtsgeschichte aber nicht zu Ende – auch die des Weihnachtsberges nicht.
Nun gilt es
Einsicht zu gewinnen in das, was in der Heiligen Nacht geschehen ist.
Das reicht bis hin zu Karfreitag und Ostern und damit zu einer erneuten und erneuerten Erwartung, für die im Weihnachtsberg am Ende das Bild vom „neuen Jerusalem“ steht.

Für den Beginn dieses Weges aber steht ein alter Mann mit jung gebliebenen Augen. Er sieht das Kind im Tempel Gottes auf dem Arm seiner Mutter und erkennt in ihm seinen Heiland, die Erfüllung seines Lebens:

 „Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.“

 „Der Weihnachtsberg“, schrieb Johannes Böhm, „so ist es alte Sitte, soll wachsen, auch in unsere Herzen hinein, die es manchmal so schwer mit Weihnachten haben“.     

 Wolfram Eichler, Pfarrer