Liebe Gemeinde!

Alle Jahre wieder herrscht in den Wochen vor Weihnachten Hochbetrieb:

Basteln, backen, Geschenke verpacken; einkaufen, aussuchen und überall aufräumen; dazu je nach Lebenslage:
Chorproben, Christbaumkauf, Friseurtermin und Fensterschmücken; Traditionen erfinden, neu verhandeln oder verabschieden, Weihnachtsfeiern im Dauerlauf ertragen und mit der Dezembertraurigkeit einen heißen Kakao trinken gehen.

Alle Jahre wieder braucht es viele Vorbereitungen, damit dann irgendwann endlich Weihnachten sein kann.

Hat sich damals auf Jesus eigentlich irgendjemand vorbereitet? Haben die Engel vier Wochen vorher ihren Gesang geübt? War der Stall für Marias Niederkunft vorab reserviert worden?

Wohl kaum.

Die einzigen, die sich auf das Neugeborene vorbereitet hatten, waren seine Eltern, aber selbst die wussten kaum, was mit diesem Kind auf sie zukommen würde. Und durch die Geburt unterwegs, in Bethlehem bei der Volkszählung und nicht zu Hause in Nazareth, kam auch für sie alles ganz anders.

Nein, im Grunde war niemand so richtig vorbereitet auf Jesus. Selbst diejenigen nicht, die mit den alten Schriften auf einen kommenden Retter gehofft hatten: Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, heißt es da (Jesaja 9,1) – aber mit einem Kind in der Krippe haben sie nicht gerechnet.

Erst als es schon da ist, machen Stern und Engel auf die Familie dort im Stall aufmerksam. Ein paar Hirten sind es, Menschen am Rand der damaligen Gesellschaft, die das Baby als erste besuchen und dann allen anderen davon erzählen.

So wie es anfängt, so geht es mit Jesus auch weiter: Sein Leben lang verblüfft und überrascht er, weil er anders handelt als erwartet. Jesus rastet im Tempel aus und schmeißt Tische um, lässt die fremdgegangene Ehefrau nicht steinigen, will am allerliebsten mit den unbeliebtesten Menschen zu Abend essen – und zeigt am Ende, dass Gott stärker ist als der Tod und die Liebe das Allergrößte ist.

Offenbar kann man sich auf Jesus gar nicht vorbereiten. Dafür aber nachbereiten, sozusagen: Weil er uns dazu aufruft, ihm nachzufolgen und in der Liebe zu leben.

Und so werden wir wohl auch dieses Mal, wie alle Jahre wieder, rödeln und wirbeln und machen und tun. Das ist anstrengend, ja. Aber glücklicherweise oft auch sehr schön. Weil vielen unserer Vorbereitungen eben diese Liebe zugrunde liegt. Ob das nun die Liebe zur Familie, zu den weihnachtlichen Traditionen oder eine noch andere Liebe ist: Am Ende ist es immer die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott (1 Joh. 4,16). Die Liebe lässt uns manchmal anstrengende Dinge tun – aber auch sie aushalten und das Schöne daran genießen.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Aus Liebe basteln, backen, Geschenke verpacken; mit Liebe einkaufen, aussuchen und überall aufräumen; in Liebe auch Streit schlichten, freundlich bleiben und Weihnachtsfrieden halten:

Dann wird’s Weihnachten – alle Jahre wieder.

Eine gesegnete, liebe-volle Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen

Pfr.in Miriam Helmert